Hot town – Sommer in der Stadt

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Autsch. Ganz schön heiß. Ich hüpfe zum Schrank mit den Topflappen, ziehe die selbstgehäkelten grauen Stoffquadrate heraus und wage einen neuen Versuch. Jetzt geht’s. Ein Freitag Abend mitten im Sommer um kurz vor zehn, und die zweite Ladung Blaubeermuffins schlüpft endlich aus dem Ofen. Das Kindergartenfest kann kommen!

Freibad, Planschbecken, Biergarten – hallo Sommer

Wer allerdings noch auf sich warten lässt, ist mein heiß ersehnter Feierabend, wenn ich mir das Chaos in der Küche so anschaue. Während der Mann gerade bei den verreisten Nachbarn Blumen gießt, türmt sich vor mir der Geschirrberg und die Backzutaten, das Rührgerät und die leeren Katzenfuttertüten. Pling! Das Handy blinkt im Zehnsekundentakt. Kein Wunder, um 9 Uhr startet ja morgen früh der Aufbau fürs alljährliche Highlight im Kindergarten, und wer im Elternbeirat ist, steht dort natürlich mit als Erster auf der Matte. Ich wollte es ja so! Ob die Geschenke für die ausscheidenden Vorschulkinder denn vor oder nach der Buffeteröffnung überreicht werden sollen? Ich klinke mich aus, der Mann kommt zur Tür rein und will wissen, ob wir am Sonntag denn nun zum Grillen an den See oder zum Frühstücken in die Innenstadt fahren – sein Fitnessstudio möchte drum herum geplant werden. Das Telefon klingelt, meine Mama ist dran. Wie es uns so geht, hakt sie nach, und ob wir uns vom Hagelschaden denn schon erholt hätten. Hagel was? Ach ja, da war ja kürzlich was, schon fast verdrängt. Das Unwetter vor ein paar Wochen, mit gefühlt Tennisball-großen Hagelkörnern, erscheint mir schon wie eine Ewigkeit her. Kein Wunder, mittlerweile liegen ja auch drei Freibadbesuche, zwei Kindergeburtstage, eine Elternbeiratssitzung, ein Festival und unzählige Planschbecken-Spieldates bei lieben Freunden dazwischen. Wer soll da noch den Überblick behalten, wann es nun geregnet, gestürmt oder geschneit hat?

Wir erzählen ein wenig und checken mögliche Besuchs-Sonntage, gefühlt ist bis Oktober alles dicht. Sonntag in drei Wochen ginge noch, allerdings nur bei schlechtem Wetter. Bei gutem heißt es Singen beim Dorffest auf der großen Bühne, da ist der Kindergarten stets mit dabei. Wer wollte gleich nochmal aufs Land ziehen? Ich wimmle meine Mama ab, schließlich steht auf der Sommerfest-Mitbring-Liste nicht nur die Muffins-Invasion, sondern auch noch der Nudelsalat, und der befindet sich gerade noch separiert von einander in Kühlschrank und Abstellkammer. Jeder was Süßes, und jeder was Deftiges, das ist der Deal. Zum Glück wischt der Mann indes den Apfelschorle-getränkten Boden, während ich mich ans Schnippeln von Gurken und Paprika mache und parallel via WhatsApp-Sprachnachricht die Redaktionssitzung unseres Podcastbabys führe. Früher waren sie irgendwie anders, unsere Freitag Abende, hihi.

Ganz schön trubelig

So sieht das bei uns aus, zu Beginn eines Wochenendes mitten im Juli. Während andere von Sommerloch sprechen, herrscht bei uns Hochsaison. Ein Erziehergeschenk jagt das Nächste und wir betreiben Partyhopping zwischen den Sommerfesten unserer Kinder und denen unserer Arbeitgeber. Wir jetten vom Beerenfeld-Ausflug inkl. Erdbeerpflücken direkt weiter in die Eisdiele mit den Lieblingsfreunden, bevor es mit den Großeltern an den Wasserspielplatz geht. Wir grillen im fliegenden Wechsel mal hier mal dort, verkaufen beim Hofflohmarkt im Glockenbach und vor der eigenen Haustür, reiten auf aufgeblasenen Einhörnern mit dem Nachwuchs um die Wette, stehen Schlange beim Kinderschminken am Stadtteilfest und gönnen uns ne Pause im Biergarten, der da irgendwie auch noch mitten rein passt. Sommer – alles eine Frage der Koordination. Und man möchte es nicht glauben, es ist aber so: Gebacken wird unglaublich viel in diesen heißen Monaten. Scheinbar soviel, dass mich das Töchterchen jüngst schon wieder nach Ausstechformen und Plätzchenteig befragt hat. Picknick an der Isar, Flohmarkt, Geburtstage und Sommerfeste – die Weihnachtszeit ist nichts dagegen.

Eine weitere halbe Stunde steht auch der Nudelsalat im Kühlschrank und ich lasse mich mit Spezi und iPad inkl. Lieblingsserie ausgestattet aufs Sofa plumpsen. Uff. Da kommt man echt ins Schwitzen, bei diesem Sommer. Pling! Neue Nachricht. Mein Papa, der fragt, ob es beim Familien-Fotoshooting Ende Juli mit den Schafen in seinem Obstgarten bleibt, oder wir nicht lieber nen Termin für den Advent suchen sollen. Pfft, auf keinen Fall – der Termin steht. Denn die Weihnachtszeit, die gehe ich dieses Jahr definitiv entspannter an!

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