Schnuller adé – heute kommt die Schnullerfee

Schlafraubtiere_Schnuller_abgeben_Nikolaus

Das Söhnchen hat seinen Schnuller abgegeben. Genau wie seine große Schwester vor zwei Jahren, hat auch er heute Abend dem Nikolaus eine Tüte voll mit den letzten sieben Exemplaren seines Lieblings-Accessoires in die Hand gedrückt. Ganz stolz hat er wochenlang schon davon geredet, seit dem Tag, als wir ihm das erzählt haben: Dass er an Nikolaus seine Schnuller abgeben wird.

Schnuller weg – und Mama fiebert mit

Ich weiß nicht warum, aber ich war heute mindestens genauso aufgeregt wie er. Falls er überhaupt aufgeregt war, er wirkte nämlich ziemlich gelassen. Und das, obwohl sein „Lulla“ schon ganz arg wichtig für ihn ist. Er begleitet ihn nicht nur beim Einschlafen, sondern auch des Öfteren tagsüber, tröstet ihn bei Stürzen und ist ihm bei Wutanfällen eine große Unterstützung. Trotzdem war er die letzten Wochen durchweg überzeugt davon, dass er den Schnuller dem Nikolaus mitgeben würde, weil er ja schon so groß ist, und ihn nicht mehr braucht.

So groß. Das ist vermutlich der Teil an der ganzen Schnuller-Abgabe-Geschichte, der mir am meisten zu schaffen macht. Dass es irgendwie ein weiterer Abschied ist von der Babyzeit, die ja eigentlich sowieso schon länger passé ist, die einem mit solchen Entwicklungsschritten aber stets erneut deutlich vor Augen geführt wird. Ein Haushalt ohne Schnuller, herrje! Da sinken meine Ambitionen, den Junior im nächsten Sommer windelfrei zu bekommen, gleich wieder in weite Ferne. Denn Wickeln jetzt auch noch aufgeben, auf keinen Fall!

Sie werden tatsächlich so schnell groß. In null Komma nichts sitzen sie alleine auf dem Klo, schlafen durch, brauchen keinen Schnuller mehr und ziehen in die große weite Welt hinaus. Also fast. Das Söhnchen hat das kleine Küken, das ihm die Schnullerfee im Auftrag vom Nikolaus als Einschlaf-Ersatzhilfe noch vor die Tür gelegt hatte, durchs Schlafzimmer gepfeffert, richtig dolle geweint und seinen Schnuller verlangt. Schließlich ist er schluchzend auf seinem Baby-Flamingo eingeschlafen und schläft seitdem selig und ruhig. Herzschmerz pur für Mama. Echt irre, wie emotional anstrengend doch so eine Schnuller-Abgabe sein kann.

Irgendwann ist der Schnuller Geschichte

Ich bin so gespannt, wie er morgen früh reagiert, wie er den Mittagsschlag wuppen und abends beim ins Bett gehen erneut ohne Nuckel-Begleitung einschlafen wird. Vermutlich wird es ähnlich wie bei seiner großen Schwester (und analog zu den meisten Erfahrungsberichten von Freunden, die ich zu diesem Thema kenne) ganz schnell gehen, und in wenigen Tagen ist der Schnuller Geschichte. Hoffe ich zumindest. Denn natürlich ist es auch super schön zu sehen, wie eigenständiger die Kleinen immer werden, wie schön man sich inzwischen mit ihnen unterhalten kann (und das geht ohne Schnuller ja viel besser!) und wie viele tolle Dinge man mittlerweile schon mit ihnen unternimmt. Und auch Bussis ohne Dizi sind ja viel, viel schöner!

Aber es ist und bleibt eben auch ein Abschied, der mich mitnimmt, und der – man möchte es nicht meinen – mich emotional ziemlich trifft. Ein erneuter seelischer Kraftakt, den es zu überwinden gilt. Und der am schlimmsten ist, wenn man gerade mittendrin steckt. Eines ist auf jeden Fall klar: Mein Baby bleibt er so oder so, ob mit oder ohne Schnuller. Vermutlich ist er das auch noch, wenn er selbst mal mit eigenem Baby vor mir steht. Und spätestens dann darf ein Schnuller in meinem dann Oma-Haushalt ja zum Glück auch wieder einziehen!

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