Mainzigartig – ein Familienwochenende in Mainz

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Mainz, wo liegt eigentlich Mainz? Und was gibt es dort überhaupt? Während die meisten von uns mit Berlin, Hamburg, Rostock, Düsseldorf oder München bestimmte Dinge assoziieren und sie auch geografisch mehr oder weniger auf der Landkarte einordnen können, fällt das bei der Landeshauptstadt der Rheinland-Pfalz schon deutlich schwerer. Welch ein Glück also, wenn eine liebe Freundin der Liebe wegen ihr Lebensdomizil genau dorthin verlagert und man somit die Gelegenheit bekommt, dem Städtchen einen Besuch abzustatten. Und was soll ich sagen? Es hat mir richtig gut gefallen! Mainz ist viel mehr als „nur“ Mainzelmännchen und ZDF und gerade für Familien eine Reise wert. Aber lest selbst.

Autofahrt, Airbnb, Koffer auspacken und den Rest des Tages am Spielplatz abhängen – das war unser erster Tag. Abends gab es noch vegane Leckereien im Möhren Milieu, bevor wir uns in unser gemütliches Kurzzeitzuhause gegenüber verkrümelten. Den vierten Stock ohne Aufzug machte zum einen die süße Altbauwohnung mitten in der Innenstadt und zum anderen auch die exzellente Weinbar im Erdgeschoss des Hauses, zu der die Babyfon-App ohne Probleme reichte, wieder wett.

Tiere füttern im Wildpark von Mainz

Tags darauf ging es dann mit der Straßenbahn nach Gonsenheim, wo nicht nur unsere Freunde in einer Anlage wohnen, die verdächtig backsteinmäßig nach Urlaub aussieht, sondern wo auch der Wildpark von Mainz beheimatet ist, der zum Tiere füttern einlädt. Während der Nachwuchs vor den Wildschweinen ordentlich Respekt hatte, wurden Meerschweinchen und Zwergkaninchen fast andächtig mit Löwenzahn gefüttert. Nach ein paar Übungsversuchen hatten auch die Ziegen Glück und durften zumindest dem Sohnemann das Futter aus der Hand schlecken. Das Beste an dem Park: der Eintritt ist frei. Man kann also immer wieder und auch nur für ein halbes Stündchen hin.

Direkt um die Ecke liegt ein richtig schöner Spielplatz mit viel Schatten und großer Wiese, Nestschaukel und Sandkasten. Auf dem Weg zur Eisbude kamen wir noch an weiteren Spielgerätschaften am Straßenrand vorbei, und als wir nach einer kleinen Grillage bei unseren Freunden dann mit der Straßenbahn wieder in Richtung Innenstadt aufbrachen, entdeckten wir hier und dort noch eine Schaukel oder ein Hoppe-Reiter-Pferd. Gefühlt hatte die Stadtplanung von Mainz hier an jeder Kreuzung die kleinen Menschen mitgedacht und Gelegenheiten zum Spielen geschaffen – toll!

Weinschorle am Rheinufer trinken – das ist Mainz!

Den nächsten Tag starteten wir mit einer kleinen Spielplatzrunde in der Straße unseres Airbnbs und gönnten uns anschließend ein super leckeres Frühstück im wunderschönen Annabatterie – mjammi. Den Kindercappucchino gab es aufs Haus, total lieb.

Dann tingelten wir in Richtung Zentrum und nutzten den Mittagsschlaf des Sohnemanns, um mit der roten Bimmelbahn ein Stündchen durch die Altstadt von Mainz zu fahren. Viele Gebäude wurden im Krieg nicht zerstört und gerade am Rheinufer reiht sich ein wunderschönes altes Haus ans nächste. Knapp 60 Minuten später stiegen wir auch schon wieder aus, spazierten übers Mainzer Marktfrühstück in Richtung Rhein und machten mit Obst und Weinschorle ausgerüstet ein kleines Mittagspicknick auf den Treppenstufen am Wasser.

Weinschorle ist mit Abstand das wohl am meisten konsumierte Getränk in Mainz, und bei dem gerade eben erwähnten Frühstück treffen sich seit ein paar Jahren fast 5000 Leute am Markt zum kollektiven Umtrunk. Die Schorle gibts natürlich auch an den Buden am Ufer – die Versorgung ist also nahezu jederzeit gesichert. Wir spazierten flussaufwärts in Richtung Stadtpark, besuchten die Flamingos und fütterten wieder Ziegen, bevor wir uns in einer der besten Eisdielen der Stadt mit Himbeerkugeln stärkten.

Spielplätze und Springbrunnen an jeder Ecke!

Nun ging es nochmal flussabwärts zurück in die Neustadt – natürlich nicht, ohne am Rheinufer jegliche Spielstationen oder Springbrunnen mitzunehmen. Letztere gibt es wirklich gefühlt überall – wer mit keinen Wasserratten reist, sollte also mindestens ein bis zwei Garnituren an Wechselklamotten im Gepäck haben. Unser Zweijährige schwomm regelrecht in den kalten Stadtgewässern – ein Freibadbesuch hätte für ihn nicht schöner sein können!

Nach dieser Tour hatten alle einen Monsterhunger, den wir in einem typischen Weinhaus mit Käsespätzle, Salaten und Schnitzel stillten. Und Weinschorle, versteht sich! Für die Kleinen gab es übrigens weiße Traubenschorle – kannte ich zuvor gar nicht, fand ich aber mega lecker. Den Abend ließen wir Dank Babyfon-App und erschöpften Kindern in unserer Weinbar im Haus ausklingen, und nach einem Frühstück bei unseren Freunden am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder zurück nach München.

Fazit: Dieses Städtchen ist wahrhaftig mainzigartig, und dank Spielplätzen und Springbrunnen gelingt ein Städtetrip mit Kindern geradezu mit links. Nicht zu vergessen die vielen Flugzeuge, die durch den Frankfurter Flughafen bedingt rund um die Uhr den Himmel durchqueren. Zu kucken gibt es also immer was, in der Luft und auch auf dem Wasser! Egal ob Vermieterin, Bäcker oder Rentnerpärchen – uns und vor allem auch den Kindern wurde jederzeit ein freundliches Lächeln geschenkt. Sehr herzlich und irgendwie auch gemütlich, da geselliges Beisammensein in der Mini-Rhein-Metropole ganz groß geschrieben wird. Das klingt gut? Dann auf nach Mainz, und am besten nicht zu Karneval. Ich könnte mir vorstellen, dass es dann irgendwie anders zugeht. Wie schön es noch sein kann, beschreibt das Mainzgefühl übrigens recht gut – eine stadtweite Kampagne, bei der unsere Freunde auch mit von der Partie waren. Wir müssen definitiv nochmal wieder kommen, da wir längst nicht alles gesehen haben. Liebe Mainzelmännchen, auf bald!

2 Kommentare bei „Mainzigartig – ein Familienwochenende in Mainz“

  1. Danke für diesen schönen Beitrag- wenn ich in dem schönen Städtchen nicht leben würde, ich würde eine Reise dorthin planen!

    1. Liebe Elke,

      ach wie schön, das ist ja toll! Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Und liebe Grüße nach Mainz! 🙂

      Julia

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