#Lieblingsspielzeug – 1: Das Puppenhaus

Ab sofort möchte ich Euch hier gerne hin und wieder Dinge vorstellen, die bei uns in die Kategorie „Lieblingsspielzeug“ fallen. Schöne Sachen, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind und nahezu tagtäglich bespielt werden. Allem voran steht hier das vom Töchterchen über alles geliebte Puppenhaus an erster Stelle – mit nichts anderem beschäftigt sie sich so voller Leidenschaft und Hingabe, dass es eine wahre Freude ist, ihr bei den Gesprächen zuzuhören.

Ein echter Puppenhaus-Glücksgriff

Nachdem unsere kleine Große im wunderschönen Allgäu bei einer lieben Freundin (wo genau, darüber hatte ich hier schon einmal geschrieben) ihre Liebe zum Puppenhaus spielen entdeckt hatte, war klar: So etwas braucht sie auch. Und nachdem die Geburt des Brüderchens kurz bevor stand, schien die Gelegenheit perfekt zu sein. Denn während ich auf dem Sofa den Mini stillen würde, könnte die frisch gebackene Schwester direkt daneben auf dem Boden sitzend kunterbuntes Leben in ihr neues Häuschen einhauchen. Ein Puppenhaus zur Geburt, quasi vom Babybruder mitgebracht, das war der Plan. Und so begab ich mich auf die Suche nach dem passenden Domizil.

Fündig wurde ich nach langer Suche schließlich auf Ebay-Kleinanzeigen. Plastik ist nicht so mein Ding, ein tolles Haus aus Holz sollte es sein, mit mehreren Räumen, gerne Old-School und mit Retro-Touch. Einfach so wunderschön, wie uns das Vorbild-Modell aus dem Allgäu im Gedächtnis geblieben war. Als ich das gefundene, gute Stück dann eines Abends im Münchner Westen bei einer Familie mit vier Kindern abholte und sie mir ehrlicherweise sagten, dass es bei ihnen die meiste Zeit leider einfach im Keller verstaubt ist, war ich mir meiner Sache schon nicht mehr so sicher. Zudem war es viel größer, als es auf den Bildern ausgesehen hatte, und ich bekam leicht Bammel, dass wir nun wieder so ein Ding zuhause rumstehen hatten, mit dem dann eh niemand spielt. Doch gekauft ist gekauft, und nachdem es wirklich ein richtiges Prachtexemplar – seinerzeit vom Opa der Kinder sogar selbst gebaut! – und mit viel Zubehör ausgestattet war, lud ich es ins Auto und fuhr es in sein neues Zuhause. Und mein Riecher für das passende Geschenk zur Geburt des Geschwisterchens sollte tatsächlich der richtige gewesen sein.

Große Puppenhaus-Liebe, Tag für Tag

Denn vom ersten Moment an, als das Töchterchen das Puppenhaus entdeckte – exakt einen Tag nach der Geburt ihres kleinen Bruders – verfiel sie ihrer Leidenschaft erneut voll und ganz. Während man ihr Spiel in den ersten Monaten als große Schwester nicht immer, aber öfter noch begleiten sollte und sie mich, ihren Papa oder auch jeglichen Besuch zum Mitspielen aufforderte, beschäftigt sie sich mittlerweile über Stunden hinweg gänzlich alleine damit. Ich glaube, dass ihr Puppenhaus einen wertvollen Beitrag dazu geleistet hat, dass sie ihre Rolle als die „Große“ irgendwie besser annehmen konnte. Mit den Puppen spielt sie detailgetreu unseren kompletten Familienalltag nach, verarbeitet Gedanken und Gefühle und erzählt reale Situationen, die sie erlebt hat, 1:1 nach.

Wurde der Babybruder gestillt, durfte auch das Puppenbaby aus dem Busen seiner Mama trinken; hatte unser neuer Familienzuwachs Bauchschmerzen, tat auch dem kleinen Säugling aus Holz das Bäuchlein weh. Ist der Papa beruflich unterwegs, und das Töchterchen schläft mit mir und ihrem Bruderherz im großen Bett, ist das auch bei unserer Puppen-Family der Fall. Familienbett wird überhaupt sehr groß geschrieben im Puppenhaus, ebenso wie gemeinsame Abendessen mit allen, die auch im realen Leben bei uns einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Ist trocken werden gerade zum Thema geworden, ist davon auszugehen, dass kurze Zeit später auch die Puppen auf die Windel verzichten sollen. Steht bei uns ein Urlaub vor der Tür, werden auch die Mini-Köfferchen gepackt. Nicht nur das Töchterchen gab seinen Schnuller ab, das kleine Holzbaby tat es ihr nach. Und als es hier im Januar hieß: Auf in den Kindergarten! wurden auch die Puppenkinder der Reihe nach eingewöhnt. Man muss sich also einfach lauschend mit ins Kinderzimmer setzen, wenn unsere kleine Große mit ihrem Lieblingsspielzeug spielt – dann weiß man ganz genau, was in ihr vorgeht und was ihre zarte Seele gerade so beschäftigt.

Kleine Extras für das Lieblingsspielzeug

Neben der Grundausstattung habe ich übrigens noch das eine oder andere an Extra-Zubehör dazu gekauft: So sind nach und nach ein Mini-Kaffee-Service aus Porzellan, Bücher, ein Staubsauger und sogar ein Bügelbrett ins Puppenhaus gewandert. Letzteres wird irgendwie nie bespielt – vermutlich, weil wir selbst nicht einmal ein solches besitzen. Vor kurzem ist auch eine graue Katze eingezogen – fehlt also nur noch der rote Kuschelkater, dann ist die Familie komplett (von Omas, Opas, Tanten und Onkeln abgesehen, die auch im Traumhaus aus Holz wohnen und im wahren Leben eher ein paar Hunderte Kilometer entfernt sind).

Im Herbst ist bei uns ja der Umzug geplant und ich bin schon sehr gespannt, wie es der Puppenfamilie wohl so ergehen wird, wenn diese große Veränderung ansteht. Bestimmt tragen diese Lieblinge aus Holz erneut auf wundersame Weise dazu bei, dass unser Töchterchen ein weiteres einschneidendes Erlebnis besser verarbeitet. Dem Puppenhaus sei Dank!

 

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