Ganz schön gemütlich – gute Gründe für’s Familienbett

Schlafraubtiere_Familienbett_Hymne_der_kleine_Siebenschläfer_Thienemann 2018_Illustrationen von Kerstin Schoene1

Wer schläft wo und wie, alleine ein, durch und überhaupt? Schlafen beschäftigt die Gemüter aller, und vor allem die der frisch gebackenen Eltern. Die machen sich nämlich nicht nur um den eigenen Schlaf Gedanken, sondern auch um den des Nachwuchses, und beziehen entweder die Meinung der Nachbars- oder Freundeseltern sowie den Erfahrungsschatz zahlreicher Schlafratgeber in ihre Überlegungen mit ein. Seitdem wir im November letzten Jahres umgezogen sind, schlafen wir alle vier zusammen auf 2,70 x 2,00 Metern. Mein persönliches Fazit nach knapp sechs Monaten: Grandios! Und als ich jetzt beim Kurzurlaub im Allgäu über ein super süßes Buch zu dem Thema gestoßen bin, kam mir der Gedanke, sie Euch endlich aufzuschreiben: meine Hymne aufs Familienbett.

Der kleine Siebenschläfer bringt es auf den Punkt!

Pusteblumen, frisches Heu, duftender Klee – egal, wie kuschlig sich der kleine Siebenschläfer sein Bettchen auch baut, es wird einfach nicht gemütlich. Letztendlich gibt es für ihn nur eine Lösung: er wandert zu seinem Rudel und schnuckelt sich mittenrein. Und siehe da: Jetzt ist es gemütlich, aber wie! Und einem erholsamen und kuschligen Schlaf steht nichts mehr im Weg.

Als mir im Rahmen unseres Kurzurlaubs bei Opa im Allgäu dieses Buch in die Hände gefallen ist, fiel es mir auch wie Schuppen von den Augen. Genau das ist es, bzw. der ist es: der einzig wahre und echte Grund, warum wir alle zusammen schlafen. Weil es einfach verdammt gemütlich ist! Mir schien es, als brächte der kleine Siebenschläfer all meine Gedanken und Argumente zu diesem Thema auf einen Nenner und spräche mir aus der Seele. Selten hab ich mich in Punkto: ‚wie schlaft ihr eigentlich?‘ so verstanden gefühlt.

Pro-Argumente fürs Familienbett

Argumente für unser Familienbett gibt es auch ohne den Gemütlichkeitsaspekt genug. Solange die Kinder – inzwischen reduziert es sich zu 98% auf den Sohnemann – nicht zuverlässig und regelmäßig durchschlafen, macht es für mich absolut keinen Sinn, sie in ein anderes Bett und dann auch noch in ein anderes Zimmer zu packen. Denn: wenn einer aufwacht und anfängt zu weinen, bin ich es, die als Erste wach wird, aufsteht und los läuft, während der Mann meist noch seelenruhig weiter schlummert. Und ich bin es auch, die aufwacht, wenn das Töchterchen irgendwann selbst herüber gestiefelt kommt, weil durch das Rufen nichts passiert ist, und sie dann aber inzwischen schon so wach ist, dass an ein Wiedereinschlafen erst Minimum ein Stündchen später zu denken ist. Party und Rambazamba all night long.

Wenn beide bei uns schlafen und einer wach wird, funktioniert die Erst-Versorgung binnen Sekunden. Ein Griff zum Leucht-Schnuller – plopp – oder zur Trink-Flasche – psssssschhht -, wieder ganz fest in den Arm gekuschelt und zack: das Bedürfnis ist gestillt, Mama darf weiter schlafen. Letzteres hat für mich tatsächlich absolute und oberste Priorität: dass alle, und allem voran wir Eltern, die auch arbeiten gehen müssen, zu soviel Schlaf wie möglich kommen. Diesen Zustand erreichen wir im Familienbett, wenn nicht gerade Alpträume oder Backenzähne im Hinterhalt lauern, auch tatsächlich erstaunlich oft und gut.

Es gibt also viele Gründe, die mich immer wieder zu dem Schluss bringen, dass ein Familienbett für uns die absolut allerbeste Lösung ist. Ich muss nicht aufstehen, Kuscheln ist garantiert, ich kann binnen Sekunden wieder einschlafen und das Nähe-Bedürfnis sämtlicher Familienmitglieder wird gestillt. Hier gibt es seit kurzem eine Einschränkung in Bezug auf die Vierbeiner, die in Anbetracht des nächtlichen Tret- und Schnurrmarathons ab 5 vor kurzem aus dem Schlafzimmer ausziehen mussten. Sorry, liebe Miezen, aber dass die Katzen dann die Kinder wecken, das geht eindeutig zu weit.

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Es ist einfach verdammt gemütlich!

Neben all diesen Gründen hat mich eben nun auch der kleine Siebenschläfer auf das Argument überhaupt gebracht, das mit ein-, durch- und möglichst lange schlafen erstmal gar nichts zu tun hat, sondern einfach nur das Gefühl beschreibt, dass so ein riesiges Bett für alle mit sich bringt: es ist einfach verdammt gemütlich. Und das merke ich schon beim ins Bett bringen, wenn ich mich mit Buch bepackt einfach zwischen die beiden Racker legen kann, einer links und einer rechts im Arm, und mich nicht zwischen bspw. zwei Hochbett-Ebenen entscheiden muss. So gibt’s die allabendliche Kuschelration zeitgleich mit dem Einschlafen, und das klappt auf diese Weise meist immer superduper schnell. Hat also auch noch den Nebeneffekt eines schnell herbei geführten Feierabends mit dem Mann, für mich alleine, mit den Mädels oder mit wem auch immer. Und für alle Zweifler, die die Auswirkungen eines Familienbetts aufs Paarleben eher kritisch sehen: keine Sorge, hier gibt’s ganz wunderbare Alternativen, um sich einander näher zu kommen.

Ich persönlich genieße es jeden Abend aufs Neue, mich zu meinen beiden kleinen Kuschelmäusen schnuckeln zu dürfen und sie noch ’ne Runde im Schlaf zu bewundern, während sie tief und friedlich träumen. Ich bin mir sicher, der Tag wird kommen, an dem sie mit Bello und Lieblingsdecke bewaffnet aus dem Familienbett ausziehen. Und noch schlimmer: Auch nachts nicht mehr rüber stiefeln werden. Bis dahin wird gekuschelt, was das Zeug hält, denn wie ja auch der kleine Siebenschläfer weiß: Da hilft kein Gras und kein Heu, nicht die tollsten Pusteblumen oder der schönste Klee. Nestwärme und Rudelnähe sind einfach das Gemütlichste, das es gibt!

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… Familienbett natürlich auch im Urlaub!

 

 

2 Kommentare bei „Ganz schön gemütlich – gute Gründe für’s Familienbett“

  1. So wahr!
    Der Schlaf der Großen ist einfach ein unschlagbares Argument. Wie soll ich sonst den Familienalltag stemmen, wenn ich die halbe nacht wach war?
    Hier wird momentan zu dritt gekuschelt. Mama zwischen Kind und Baby. Der Papa ist derweil ins Kinderzimmer ausgezogen (90x180cm Floorbed), weil er so einen leichten Schlaf hat. Aber irgendwann zieht der auch wieder ein. 🙂

    1. Das ist doch prima! Es muss einfach jeder schauen, wie er am besten und am meisten schläft 🙂 Und kuscheln zwischen zwei kleinen Schätzen ist doch eh was Wunderbares 🙂

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